Im Juni haben wir mit Claude Fable gesehen, wie schnell ein KI-Modell weg sein kann. Deshalb haben wir Nuclos 5 um Prozesse gebaut, nicht um ein Modell.
Im Juni musste Anthropic den Zugang zu einzelnen Modellen aus politischen Gründen vorübergehend sperren. Unternehmen, die darauf schon Software und Abläufe aufgebaut hatten, waren ratlos. Bei uns war direkt klar, dass sowas als Geschäftsrisiko zu lesen war. Besonders, weil wir gerade in der Entwicklung von Nuclos 5 waren.
In den Medien wird dann schnell Herkunft und Eigentum von Modellen diskutiert. Das ist nicht falsch. Für Unternehmen ist die erste Frage eher: Was passiert in Einkauf, Fertigung oder Finanzen, wenn ein Modell morgen nicht mehr da ist?
Dafür brauchen wir eine Größe, die man kennen und testen kann. Ich nenne sie, wohl etwas hochtrabend, „Time to Validated Switch“. Wie lange dauert es, eine geschäftskritische KI-Unterstützung auf ein anderes Modell umzustellen und sie danach wieder mit vergleichbarer Qualität, Sicherheit und Compliance produktiv zu betreiben?
Wir haben uns mit Nuclos 5 entschieden: Ein ERP muss ohne KI stehen und funktionieren. Im Unternehmen hängt zu viel am ERP, um auch nur wenige Stunden ohne zu rechtfertigen. Prozesse, Masken, Regeln, Rechte, Daten. Wenn ein Modell offline geht, bleibt ein funktionierendes ERP. Wenn ein Unternehmen KI nicht mehr nutzen will oder darf, bleibt ein funktionierendes individuelles ERP. Nuclosian ist eine unglaubliche Assistenz im Low-Code-Rahmen von Nuclos, aber eben nicht Dreh- und Angelpunkt des Tagesgeschäfts.
Wer lokale Modelle andocken will, soll das können, ohne das System an externe Anbieter zu binden. MCP ist die Werkzeugschicht für Entwickler*innen. Nuclosian nutzt dieselbe Logik im Client, für Fach und Konfiguration.
Open Source und offene Schnittstellen helfen bei der Austauschbarkeit. Sie reichen nicht, wenn Prozesslogik und Sicherheitsregeln nur im Modellkopf existieren. Datenzugriff, Ablauf und Prüfung sollen im System bleiben. Dann kann das Modell wechseln. Der Prozess läuft weiter.