Lexikon Digitale Souveränität

Datenhoheit bei Cloud-ERP

Wo liegen ERP-Daten, wer betreibt Backups, wie exportierbar sind Belege? Datenhoheit bei Cloud-Angeboten prüfen.

Datenhoheit heißt: Ein Unternehmen behält die Kontrolle darüber, wo Geschäftsdaten liegen, wer darauf zugreift und wie sie exportiert oder gelöscht werden. Bei Cloud-ERP verschiebt sich Betrieb zum Anbieter, Verantwortung für Compliance bleibt beim Kund*in.

Prüffragen vor Vertragsabschluss:

  • Standort: In welchem Rechenzentrum liegen Daten? DSGVO und branchenspezifische Vorgaben erfüllt?
  • Zugriff: Wer beim Anbieter hat technischen Zugriff? Subunternehmer*innen dokumentiert?
  • Export: Lassen sich Daten vollständig und maschinenlesbar exportieren?
  • Kündigung: Was passiert mit Daten nach Vertragsende? Löschfristen und Übergabeformat?

Reines Cloud-Hosting in Deutschland löst nicht alle Fragen. Entscheidend sind Vertrag, Betriebsmodell und Exit-Strategie. Cloud vs. On-Premise ist eine Dimension, nicht die ganze Souveränitätsdebatte.

On-Premise gibt maximale Infrastrukturkontrolle, erfordert aber eigenes oder externes Betriebsteam. Hybrid-Modelle sind möglich, wenn ERP und Daten portabel bleiben.

Datenhoheit und digitale Souveränität gehören in jede ERP-RFP, auf Augenhöhe mit Funktionen und Preis.