Exit-Strategie beim ERP: Was vor dem Go-Live klären
Export, Verträge und Dokumentation vor der ERP-Einführung prüfen. Exit-Strategie ist Risikovorsorge, nicht Misstrauen.
Eine Exit-Strategie klingt pessimistisch. In der Praxis ist sie normale Risikovorsorge: Was passiert, wenn Konditionen sich ändern, ein Modul eingestellt wird oder der Dienstleister*in wechselt?
Vor dem Go-Live sollten Geschäftsführung und IT diese Punkte beantworten können:
- Export: Lassen sich Stammdaten und Bewegungsdaten vollständig und maschinenlesbar exportieren? Stichprobe mit Aufträgen, Artikeln, Buchungssätzen testen.
- Verträge: Klauseln zu Datenportabilität, Kündigungsfristen und Datenlöschung prüfen.
- Anpassungen: Metadaten, Skripte und Schnittstellen dokumentiert, nicht nur beim Implementierungspartner?
- Betrieb: Backups und Wiederanlauf unabhängig vom Anbieter-Backup verifizieren.
Wer das erst beim Wechselwunsch klärt, verhandelt aus der Schwäche. Vendor Lock-in entsteht oft genau dann, wenn Exit-Optionen ungeprüft bleiben.
Offene ERP-Plattformen ersetzen die Prüfung nicht. Sie erleichtern sie: Quellcode, Daten und Erweiterbarkeit bleiben beim Kund*in. Mehr Kontext: Digitale Souveränität.
Exit-Strategie gehört in jede ERP-Anbieterbewertung, auf Augenhöhe mit Funktionsumfang und Preis.