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ERP in 30 Tagen auf vereinbartem Scope: wie das Liefermodell funktioniert

Die 30-Tage-Aussage ist ein Liefermodell, kein Marketingversprechen. Was in 30 Tagen realistisch fertig wird, was nicht, und warum der vereinbarte Scope den Unterschied macht.

„ERP in 30 Tagen” klingt für viele Geschäftsführer*innen zunächst nach einer Marketingzahl. In der Praxis ist es eine Liefermodell-Aussage mit einer konkreten Bedingung: auf vereinbartem Scope. Diese vier Wörter entscheiden, ob die Aussage seriös ist oder ein Versprechen, das im Projekt zerbricht. Wer verstehen will, was Nuclos Enterprise tatsächlich in 30 Tagen liefert, muss zuerst verstehen, was „vereinbarter Scope” bedeutet und was bewusst außen vor bleibt.

Was 30 Tage bedeutet

30 Tage ist die Zeit vom Projektstart bis zum produktiven Go-Live eines klar umrissenen Kernprozesses. Nuclos Enterprise liefert Ihr produktives ERP auf vereinbartem Scope, typischerweise in 30 Tagen, zum Festpreis ab 10.000 Euro zzgl. MwSt. Das Ergebnis ist kein Prototyp und keine Demo, sondern ein System, mit dem Anwender*innen ab Tag 30 tatsächlich arbeiten.

Die Bedingung dahinter: Der Scope steht fest, bevor die Umsetzung beginnt. Das bedeutet in der Regel, dass ein 48h-Prototyp oder eine Anforderungsspezifikation bereits vorliegt, oder dass ein eigenes Lastenheft die Prozesse präzise genug beschreibt. Ohne diese Klärung lässt sich weder ein belastbarer Festpreis kalkulieren noch ein verbindlicher Liefertermin nennen. Wie Scope-Klärung und Festpreis zusammenhängen, beschreibt der Artikel Festpreis und fester Scope beim ERP.

Was NICHT in 30 Tagen passt

Die 30-Tage-Aussage gilt für einen abgegrenzten Kernprozess, nicht für ein beliebig großes ERP-Vorhaben. Drei Kategorien von Anforderungen passen bewusst nicht in dieses Zeitfenster und werden als Phase 2 geplant:

  • Große Rollouts über mehrere Abteilungen oder Standorte. Wenn Einkauf, Produktion, Vertrieb und Buchhaltung gleichzeitig auf ein neues System umgestellt werden sollen, übersteigt das den Rahmen eines 30-Tage-Projekts. Sinnvoller ist ein Kernprozess zuerst, weitere Bereiche folgen in klar geschnittenen Ausbaustufen.
  • Umfangreiche Altdatenmigration. Die Bereinigung und Übernahme gewachsener Stammdaten aus Altsystemen ist ein eigenständiges Vorhaben mit eigenem Zeitplan, nicht ein Nebenschritt innerhalb von 30 Tagen. Details dazu im Artikel ERP-Datenmigration: Fehler vermeiden.
  • Komplexe Integration mehrerer Drittsysteme. Einzelne, gut dokumentierte Schnittstellen lassen sich innerhalb des Scopes einplanen. Eine Integrationslandschaft mit vielen Altsystemen und unklaren Datenflüssen braucht eigene Analyse und eigenen Zeitplan.

Diese Begrenzung ist kein Mangel des Modells, sondern seine Grundlage. Ein Anbieter, der 30 Tage für ein mehrere Abteilungen umfassendes Großprojekt mit ungeklärter Datenlage verspricht, verspricht etwas, das er nicht einhalten kann. Genau diese Art von Erwartungslücke gehört zu den häufigsten Ursachen gescheiterter ERP-Einführungen, siehe ERP-Einführung: Typische Fehler vermeiden.

Warum „vereinbarter Scope” der entscheidende Baustein ist

Ohne die Qualifizierung „auf vereinbartem Scope” wäre die 30-Tage-Aussage beliebig und damit unglaubwürdig. Mit ihr wird sie überprüfbar: Vor Projektstart steht schriftlich fest, welche Prozesse, Masken, Workflows und Schnittstellen Teil der Lieferung sind, und was ausdrücklich nicht. Diese Festlegung entsteht nicht am Schreibtisch, sondern typischerweise aus einem vorgelagerten Schritt:

  • Ein 48h-Prototyp macht einen Teilprozess klickbar und zeigt konkret, was der Kernprozess umfasst, für 950 Euro zzgl. MwSt.
  • Eine Anforderungsspezifikation dokumentiert Prozesse, Datenmodell und Schnittstellen strukturiert, wenn die Ausgangslage komplexer ist.
  • Ein bestehendes, ausreichend präzises Lastenheft kann direkt als Grundlage dienen.

Welcher dieser Wege passt, hängt von der Ausgangslage ab und wird im Wegweiser Welcher Einstieg in Nuclos passt zu Ihnen? eingeordnet. In jedem Fall gilt: Je präziser der Scope vor Vertragsunterschrift beschrieben ist, desto verlässlicher ist die 30-Tage-Zusage. Zusatzbedarf, der sich während des Projekts zeigt, wird nicht informell ins laufende Projekt gezogen, sondern als Change Request bewertet oder für Phase 2 vorgesehen.

Wie die vier Wochen ablaufen

Die 30 Tage sind kein einzelner Entwicklungssprint, sondern vier Phasen mit unterschiedlichem Charakter:

Ablauf der 30-Tage-Lieferung von Nuclos Enterprise
Woche Schwerpunkt
Woche 1 Scope-Fixierung und Setup: finale Abstimmung des vereinbarten Scopes, Einrichtung der Umgebung, Datenmodell-Grundgerüst
Wochen 2 und 3 Build und Konfiguration von Workflows, Masken und Prozesslogik, mit laufenden Zwischentests durch das Kundenteam
Woche 4 Härtung, Fehlerbehebung aus den Tests, Schulung der Anwender*innen, Go-Live

Entscheidend in dieser Struktur ist, dass der Kunde nicht erst am Ende, sondern bereits ab Woche 2 mit dem entstehenden System arbeitet und testet. Abweichungen vom erwarteten Verhalten werden so erkannt, während noch Zeit bleibt, sie im vereinbarten Scope zu korrigieren, statt sie erst beim Go-Live zu entdecken. Diese Taktung ist auch der Grund, warum ein vorab ungeklärter Scope das Modell zum Scheitern bringt: Ohne klare Ausgangsbasis in Woche 1 gibt es in Woche 2 nichts Konkretes zu testen.

Ein Liefermodell, kein Universalversprechen

30 Tage auf vereinbartem Scope ist eine Aussage über das Liefermodell von Nuclos Enterprise, nicht ein unbedingtes Versprechen für jedes ERP-Vorhaben jeder Größe. Für einen klar geschnittenen Kernprozess mit vorab geklärtem Scope ist die Zahl real und wiederholt erreicht. Für ein unternehmensweites Rollout mit offener Datenlage und mehreren Drittsystemen wäre dieselbe Zahl unseriös. Der Unterschied zwischen beiden Fällen liegt nicht in der Software, sondern in der Frage, ob vor dem Start jemand die Arbeit investiert hat, den Scope präzise zu beschreiben. Wer diese Arbeit über einen Prototyp oder eine Spezifikation vorzieht, kauft sich damit die Verlässlichkeit der 30-Tage-Zusage.