Lexikon Nuclos 5

Was ist ein Nuclet?

Lexikon-Antwort: Nuclets sind die Bausteine für individuelles ERP auf Nuclos 5. Was ein Nuclet leistet, wie Export und Master-Flag wirken, und wie Nuclosian hineinbaut.

Ein Nuclet ist der Baustein, in dem Ihre fachliche ERP-Anwendung auf Nuclos 5 als reine Konfiguration lebt. Datenmodell, Masken, Statusmodelle, Regeln und Menüstruktur gehören in das Nuclet. Der Nuclos-Kern bleibt getrennt. Für Entscheider*innen ist das die Architektur hinter individuellem ERP: Sie erweitern Prozesse, ohne den Kern zu forken und ohne ein zweites System neben dem ERP aufzubauen. Kurz: Das Nuclet trägt Ihre Anwendung. Nuclos stellt die Plattform.

Warum Nuclets für individuelles ERP zählen

Klassische ERP-Suiten mischen Kern und Kundenerweiterung oft so, dass Updates und Exit teuer werden. Nuclets trennen bewusst: Was fachlich zu Ihrem Unternehmen gehört, liegt in der Konfigurationsschicht. Was Plattform ist, bleibt Nuclos. Das macht Releases planbarer und hält die Fachlogik portierbar.

Für Geschäftsführung bedeutet das Vendor-Unabhängigkeit in der Praxis: Die Anwendung ist dokumentierbar, exportierbar und nicht an einen undokumentierten Fork gebunden. Für IT bedeutet es ein klares Deploy-Modell: Konfiguration als Artefakt, nicht als Patch-Wüste im Kern. Mehr zur Plattform-Einordnung: Was macht Nuclos 5 als Plattform aus?.

Was in einem Nuclet steckt

Ein Nuclet bündelt typischerweise:

  • Businessobjekte mit Attributen und Referenzen
  • Masken und Layouts für Erfassung und Übersicht
  • Unterformulare für 1:n-Beziehungen auf derselben Maske
  • Statusmodelle mit Übergängen und Rechten
  • Regelwerke, wo Low-Code-Mechanismen nicht reichen
  • Menüpfade und weitere Konfigurationsobjekte der Fachanwendung

Alles davon ist Metadaten und Konfiguration, keine parallele Codebasis neben Nuclos. Wer mit Businessobjekt, Maske und Layout oder Statusmodell arbeitet, arbeitet im Nuclet.

Export, Import und Master-Nuclet

Nuclets lassen sich zwischen Instanzen exportieren und importieren. Das ist relevant für Entwicklung, Test und Produktivbetrieb: dieselbe Fachanwendung wandert als Konfigurationspaket, nicht als manuelle Nachbau-Übung. Das Master-Nuclet-Flag markiert die führende Fachanwendung in einer Instanz. Es klärt, welches Nuclet die Hauptrolle trägt, wenn mehrere Nuclets nebeneinander liegen.

Für Teams, die selbst bauen, ist das der Unterschied zwischen „wir haben irgendwo Konfiguration“ und „wir haben ein transportierbares Anwendungsartefakt“. Für geführte Lieferung gilt dasselbe Modell: Scope landet im Nuclet, nicht im Kern.

Nuclosian und das Nuclet

Nuclosian baut in das Nuclet. Fachliche Anweisungen im Client (Config-Modus) schreiben Konfiguration direkt in die Instanz: Businessobjekte, Masken, Statusmodelle, Regeln. Einen Diff vor dem Schreiben gibt es nicht. Ein Zeilenvergleich mit Rückgängig erscheint nur nach der Änderung einer bestehenden Maske oder Regel. Kein separates Dev-Stack für den Alltag der Konfiguration. Die Einstiege und Funktionsnamen stehen in Nuclosian: Erste Schritte.

Technische Vertiefung in der Wiki: Nuclet. Die Wiki ist die Referenz für Konfigurator*innen. Dieser Lexikon-Artikel beantwortet die Entscheiderfrage: Was ist das Paket, in dem Ihre individuelle ERP-Anwendung lebt?

Was Nuclets nicht ersetzen

Ein Nuclet ersetzt keine Prozessklärung und kein Rollenmodell. Es speichert die Konfiguration Ihrer Anwendung. Unklare Abläufe werden durch saubere Nuclets nicht besser. Ebenso falsch: Nuclets mit dem Produktangebot zu verwechseln. Nuclosian AI ist das Angebot für Fach und IT. Das Nuclet ist das Konfigurationspaket darin. Wer nur Chat auf Altssystemen erwartet, braucht kein Nuclet. Wer ERP um Prozesse baut und transportierbar halten will, schon.