Ratgeber Nuclos 5

Wann brauchen Entwickler*innen Nuclos MCP statt nur Nuclosian?

Wann IT eigene Clients und Apps an Nuclos anbinden sollte, was Nuclos MCP dafür bereitstellt, und warum die meisten Teams trotzdem mit Nuclosian im Client starten.

Wenn Fach und IT ihr ERP selbst anpassen, reicht oft der Assistent im Client. Wenn IT eigene Clients, Apps oder Integrationen baut, braucht sie dieselbe Werkzeugschicht außerhalb des Standard-Clients. Genau dafür gibt es Nuclos MCP.

Kurz die Rollen:

  • Nuclos Workspace ist das Angebot: Umgebung für Modellierung, Konfiguration und Eigenentwicklung.
  • Nuclosian ist der KI-Assistent im Webclient (Konfigurationsmodus). Vorschläge mit Diff und Freigabe, bevor etwas übernommen wird.
  • Nuclos MCP ist die offene Werkzeugschicht für Entwickler*innen. Dieselbe Fakten- und Aktionsbasis, die Nuclosian im Client nutzt, steht für eigene Clients, Apps und IDE-Anbindungen bereit.

MCP als Protokoll ist die Grundlage. Dieser Ratgeber erklärt, was das für Nuclos konkret bedeutet und wann welches Einstieg passt.

Was Sie damit entscheiden

Drei typische Situationen:

  1. Fach konfiguriert im Client. Statusmodelle, Masken und Regeln entstehen dort, wo das Team ohnehin arbeitet. Dann reicht Nuclosian. Kein separater Dev-Stack nötig.
  2. IT baut eigene Oberflächen. Mobile Apps, Branchen-Clients, interne Portale oder Automationspipelines brauchen denselben Zugriff auf Modell und Daten, aber außerhalb des Webclients. Dann kommt Nuclos MCP dazu.
  3. Beides parallel. Fach arbeitet im Client, IT liefert Custom-Clients auf demselben Katalog. Eine Governance, zwei Oberflächen.

Die meisten Teams starten mit Nuclosian. MCP ist der nächste Schritt, nicht der erste.

Was Nuclos MCP konkret freigibt

Der Katalog bündelt die Domänen, die für Konfiguration und Betrieb relevant sind, unter anderem:

  • Statusmodelle und Übergänge
  • Serverregeln und Zuordnungen
  • Layouts und Masken
  • Entitäten und Metadaten
  • Datensätze lesen und schreiben
  • Schreibaktionen mit Bestätigung

KI-Assistenten und eigene Anwendungen rufen diese Werkzeuge gezielt auf. Sie arbeiten mit echten Serverdaten, nicht mit erfundenen Annahmen. Grundlage dafür ist das Metadaten- und Low-Code-Modell der Plattform; siehe Low-Code im ERP und Nuclos 5: Plattform, Open Source und KI.

Warum das nicht „einfach Chat auf dem ERP“ ist

Unkontrollierter Chat über operative Vorgänge ohne Freigabe ist nicht der aktuelle Stand. Nuclos trennt bewusst:

  • Lesen kann frei erfolgen, im Rahmen der Rechte der angemeldeten Person.
  • Schreiben braucht Bestätigung: Diff anzeigen, dann übernehmen.
  • Destruktive oder geheime Aktionen lassen sich sperren (Allow-List). Zugangsdaten-Werkzeuge bleiben gesperrt.
  • Audit hält fest, wer was wann ausgelöst hat.
  • Fremde Inhalte in Datensatzfeldern oder externen Texten gelten als untrusted (Schutz vor Prompt Injection).

Technisch sitzt die Agentenschleife nicht im Browser. LLM-Schlüssel bleiben serverseitig. Tools wirken in der Session der angemeldeten Nutzer*in, nicht über ein Service-Konto mit Sonderrechten. Cloud-LLM oder lokales Modell sind wählbar; optional lassen sich Felder maskieren, bevor etwas das Haus verlässt.

Kurz: dieselbe Governance-Logik wie im Client. MCP ändert das Rechtekonzept nicht. Es legt eine Werkzeugschicht darüber.

Nuclosian oder Nuclos MCP?

Nuclosian und Nuclos MCP im Vergleich
Einstieg Für wen Typische Aufgabe Wann wählen
Nuclosian Fach und Konfiguration Sparring, Validierung, gesteuerte Änderungen im Client Arbeit im Webclient, ohne eigenen Dev-Stack
Nuclos MCP Entwickler*innen und IT Eigene Clients, Apps, IDE-Anbindung Integration außerhalb des Standard-Clients
Beides Teams mit Fach und IT Konfiguration im Client plus Custom-Clients Eine Governance, zwei Oberflächen

Nächste Schritte

Nuclos MCP ist die Werkzeugschicht für Eigenentwicklung. Es ist nicht der Marketingname für Workspace und kein Versprechen autonomer KI für produktive Endnutzer*innen ohne Superuser- und Config-Gate.